Die Tricks der Baumärkte

"Die Tricks der Baumärkte"-Giftstoffe in Spanplatten,PVC-Böden und Vinyl-Tapeten

In Baumärkten werden Produkte verkauft, die gesundheitsgefährdend sein können, weil Giftstoffe an die Raumluft abgegeben werden. Das haben laut Vorabmeldung Untersuchungen für die NDR Sendung "Die Tricks der Baumärkte" (Montag, 6. Mai, 21.00 Uhr, NDR Fernsehen) ergeben, eine Reportage des Verbraucher- und Wirtschaftsmagazins "Markt".

Stichprobenartig haben NDR Reporter in Baumärkten eingekauft - und zwar bei den vier größten Ketten Bauhaus, Hornbach, Max Bahr und Obi. Das Ergebnis der Laboruntersuchungen sollen erschreckend sein: Krebserzeugendes Formaldehyd findet sich in allen getesteten Spanplatten für den Innenausbau. "Alle Spanplatten haben in der Kurzzeitprüfung Werte erreicht, die oberhalb des Richtwertes des Bundesinstituts für Risikobewertung liegen", kritisiert Heidrun Hofmann vom Bremer Umweltinstitut. Und der Kieler Toxikologe Dr. Hermann Kruse warnt: "Schon in niedrigen Dosen müssen wir bei Formaldehyd mit dem Schlimmsten rechnen. Ich bin überrascht, dass Formaldehyd immer noch in den Mengen in Spanplatten eingesetzt wird." Auf NDR Anfrage teilen Max Bahr und Obi mit, dass sie eine so genannte Unbedenklichkeitserklärung ihres Lieferanten hätten. Bauhaus und Hornbach überprüfen ihre Spanplatten.

Neben den Spanplatten verkauften alle Baumärkte in der NDR-Stichprobe PVC-Fußböden mit teilweise sehr hohen Werten an Weichmachern, die bislang kaum erforscht sind. Für den Toxikologen Dr. Hermann Kruse besonders bedenklich: "Diese Weichmacher sind nicht fest chemisch in das PVC eingebunden. Durch Abrieb können sie natürlich auch in den Staub hineinkommen und dann von krabbelnden Kindern auf dem Boden aufgenommen werden. Ich gehe davon aus, dass diese Verbindung hormonaktiv ist, d.h. sie kann unser Hormonsystem durcheinander bringen. Außerdem hat sie nerventoxische Wirkungen."

Erschreckend ist auch das vorgetragene Ergebnis bei allen getesteten Vinyl-Tapeten aus den vier Baumärkten. Großflächig werden die zu Hause an die Wand geklebt. Was niemand wohl weiß: auch über die Tapeten können zum Teil krank machende Giftstoffe in die Raumluft abgegeben werden: Phtalate als Weichmacher, die bei erhöhten Werten zu Krebs führen können.

Konfrontiert mit den Ergebnissen schreibt Hornbach, dass bei PVC-Böden und Vinyl-Tapeten für viele Kunden die positiven Eigenschaften überwiegen würden. Bauhaus verweist auf eine Unbedenklichkeitserklärung, Max Bahr will mit seinem Lieferanten Rücksprache halten. Obi gibt dazu keine Stellungnahme.

Giftige Stoffe findet das vom NDR beauftragte Labor auch in den Fugendichtmassen von Bauhaus und Max Bahr. Bei Bauhaus handelt es sich um hohe Konzentrationen von gesundheitsschädlichen Verbindungen. Bei Max Bahr sind es sogar gesundheitsschädliche Stoffe, die schwer flüchtig sind, das heißt, noch lange aus der Dichtmasse ausgasen. Der Toxikologe warnt: "Die dampfen über Monate, über Jahre aus. Neurotoxische Stoffe greifen das Nervensystem an, was zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führt."

Konfrontiert mit dem Ergebnis schreibt Bauhaus an den NDR: "Vorsorglich haben wir dieses Produkt bis zur weiteren Klärung für den Verkauf gesperrt." Und Max Bahr erklärt: "Ihre Angaben lassen wir aktuell vom Hersteller untersuchen."


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Kommentare: 1
  • #1

    Yvette Fredenburg (Mittwoch, 01 Februar 2017 15:36)


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